Allein auf dem Gipfel? Muss nicht sein! Coaches gehen praktisch überall mit hin

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Ein Freund von mir hat es endlich geschafft. Seit Anfang des Jahres ist er Geschäftsführer einer mittelständischen Firma. Davon hat er lange geträumt. Nicht dass er davor keine interessanten und auch anspruchsvollen Positionen gehabt hätte, aber an dieser Position und ehrlich gesagt auch am Titel lag ihm viel.

Und es ist wie immer: die Dinge sind vor Ort anders als angekündigt und als vermutet.
Gut ist, dass die Menschen aufgeschlossen und offen sind. Doch schon jetzt ist klar, dass der Professionalisierungsgrad in der gesamten Company niedriger ist als erwartet. Lange Zeit inhabergeführt, sind alle gewohnt, dass gesagt wird, wo es lang geht. Entscheidungsvorlagen heißen zwar so, sind aber in Wirklichkeit keine. Da immer alle Fäden beim früheren Geschäftsführer zusammenliefen, war das vollkommen ausreichend. Vernetzung untereinander, gemeinsames Gestalten und Verantworten ist im Kreis der Führungskräfte nicht etabliert. Die finanzielle Situation des Unternehmens kannten auch nur der Inhaber und das Controlling. Der neue Geschäftsführer findet keine echten Sparringspartner, um Sachverhalte zu diskutieren. Alle sind bemüht und überschütten ihn mit gefühlt 1000-seitigen Präsentationen, offenen to-do-Listen und sind bereit, seine Fragen zu beantworten.

Sie merken schon, man könnte die Geschichte jetzt noch weiter erzählen. Nüchtern betrachtet gilt es jetzt, die Ärmel hochzukrempeln und die Dinge anzunehmen wie sie sind. Auch wenn die GF-Krone nicht ganz so glänzt wie ursprünglich gedacht. Aber es ist viel zu früh für irgendwelche Resümees oder Frustrationen.

Das weiß mein Freund als erfahrener Manager auch alles. So richtig in Stress bringt ihn aber etwas anderes: die eigene Persönlichkeit. Da gibt es den Wunsch, nach 4 Wochen alles so durchdrungen zu haben, damit er für sich das Gefühl hat, die Sache im Griff zu haben. Er will seiner Vorbildfunktion gerecht werden und zeigen, dass er mit seiner Erfahrung rasch die Stellschrauben findet, um die Firma wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Es soll vorwärts gehen. Und eigentlich dürfen ihm keine Fehler unterlaufen. Und wie mit der eigenen Ungeduld umgehen? Und mit der Enttäuschung, das nicht alles so ist, wie gedacht?

Unsere Persönlichkeit nehmen wir einfach überall mit hin. Nehmen Sie doch auch Ihren Coach mit. Es ist so hilfreich, sich in solchen Situationen offen und ohne Vorbehalte von einem wohlwollenden, mitdenkenden und dabei durchaus kritischen Kopf begleiten zu lassen. Das private Umfeld kann so etwas in Ansätzen leisten, aber nicht auf Dauer. Das ist bei aller Empathie und Zuneigung nicht die Aufgabe von Freunden, Lebensgefährten und Ehepartnern. Zudem sind sie dafür nicht ausgebildet.

Stimmt, Coaching kostet Geld. Aber Ihr Wohlbefinden ist das auf alle Fälle wert!

Hier können Sie mehr zum Thema Coaching lesen.

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Über den Autor

Dr. Susanne Eckel

Dr. Susanne Eckel ist Associate Partner der grow.up. Managementberatung und als Trainerin, Beraterin und Coach im Einsatz. Sie war 15 Jahre lang klassisch angestellt, hatte in verschiedenen Firmen, Hierarchiestufen und Aufgabenbereichen gearbeitet, bis sie schließlich zu grow.up. und in die Beratung wechselte.

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