Generation Young: Ein Interview mit Michael Lorenz zu seinem neuen Buch

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Michael, warum hast du dich entschlossen, zu diesem Thema zu schreiben?

Ich habe mich zu diesem Buch entschlossen, weil ich in meiner täglich Arbeit als Managementberater, Trainer und Coach stellenweise sehr deutlich merke, dass sich Führungskräfte im Umgang mit jungen Menschen nachwachsender Generationen manchmal etwas schwer tun. Während sie in ihrer Rolle als Eltern bei ihren eigenen Kindern noch mehr oder weniger entspannt sind, hadern sie, wenn sie als Projektleiter, Führungskräfte oder Arbeitgeber mit eben diesen jungen Menschen im beruflichen Alltag in Kontakt kommen.
Die aktuelle Generation von jungen Menschen, die gerade in den Unternehmen ankommt, ist scheinbar vollkommen anders sozialisiert und hat ihre ganz eigene Sichtweise. Deshalb halte ich es für eine unumgängliche Notwendigkeit, dass sich alle – auch erfahrene Führungskräfte – damit beschäftigen, was jüngere Menschen von Unternehmen erwarten, wie sie geführt werden wollen und welche Schwierigkeiten sie in ihrer Rolle und Situation haben.

Und wie hilfst du deinen Lesern, diesen Dingen auf den Grund zu gehen?

Mein Buch baut darauf, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie die jungen Menschen von heute aufgewachsen sind und wie sie denken. Ich stelle die Frage: Warum sind sie denn so geworden wie sie sind? Anhand einer großen Fülle von Beispielen aus meinem beruflichen, aber auch aus dem privaten Umfeld möchte ich meinen Lesern verdeutlichen, was und warum sich etwas ändert im Umgang der Generationen untereinander und was das für die Integration junger Generationen in das heutige und zukünftige Arbeitsleben bedeutet. Niemand möchte zu den Führungskräften gehören, die sich andauernd nur noch über jüngere Menschen beschweren.

Gibt es da eine Patentlösung?

Die gibt es sicherlich nicht. In erster Linie möchte ich gerne erreichen, dass Führungskräfte zu diesem Thema eine positive Einstellung erlangen und halten.
Neben vielen Thesen und Beispielen, gebe ich im Buch konkrete Empfehlungen an die Hand, wie Führungskräfte es schaffen, die Brücke zwischen den Generationen zu schlagen und Gemeinsamkeiten zu finden, um die Zukunft konstruktiv gestalten zu können. Ich möchte darauf aufmerksam machen, was Führungskräfte zu erwarten haben und womit sie – wollen sie ein produktives und kooperatives Arbeitsumfeld schaffen – rechnen müssen.

Welche Inhalte erwarten deine Leser konkret?

  • Erste erstaunliche Beobachtungen
  • Der Einflussfaktor Erziehung und Elternhaus
  • Der Einflussfaktor Umwelt
  • Die Einflussfaktoren Schule und Hochschule
  • Was machen diese Einflussfaktoren mit jungen Menschen?
  • Wie sind denn diese Generationen?
  • Was fordern junge Menschen heute von ihrer beruflichen Tätigkeit?
  • Was bedeuten diese Veränderungen für Organisationen?
  • Was bedeuten diese Veränderungen für Ihr Führungsverhalten?
  • Abschließende Empfehlung

Die oben genannten Kapitel sind gefüllt mit einer Reihe von Thesen und Belegen zu den Themen, die ich eingehend beleuchte und wo ich versuche, sie mit Beispielen treffend und unterhaltsam zu veranschaulichen.

Ist dein Buch auch etwas für Leser aus der „Generation Young“?

Ach, das kann ich kaum empfehlen. Schwierig. Ich denke, dass jüngere Leser, unter ca. 35 Jahren, vieles nicht gut nachvollziehen können. Die Beispiele kennen sie nicht und die Sichtweisen, die älteren Menschen bei jungen Menschen ihrer Generation total strange erscheinen, sind für ihr Empfinden völlig normal. Hier zeigt sich eben, dass man in unterschiedlichen Zeiten aufgewachsen ist und andere Werte und Ansichten vertritt.
Wichtig aber für alle beteiligten Seiten: Alles ist in Ordnung.

Kurz und bündig: Wie lautet die Botschaft an deine Leser?

Es ist nicht schlimm.
Nur anders.
Lernen wir, miteinander zu arbeiten.

Michael, erlaub mir eine abschließende Frage: Warum schreibst Du?

Mir macht es wirklich Freude, Entwicklungen zu sehen und Menschen zu unterstützen, in ihrem beruflichen Alltag besser klar zu kommen.
Und – nicht zuletzt – z.B. wegen Feedbacks wie dem folgenden:

„Was ich Ihnen noch sagen wollte: Ich finde das Buch super spannend. Danke! Ich bin Vater von fünf Kindern (Sohn 26, trifft Ihre Beschreibungen voll. Studium abgebrochen, jetzt vermutlich Schulausbildung zum Erzieher; Tochter 22, ist inzwischen selbst Mutter einer 2-Jährigen und lebt mit Kind und Freund zusammen, beide studieren und der Kindsvater arbeitet 8 Stunden die Woche noch nebenher; Sohn 19, ist im Prinzip völlig verpeilt. Ich könnte die eine oder andere Geschichte zu diesem Buch beitragen … die anderen beiden sind erst 6 und 10 Jahre und dürfen in ihrer Grundschule zum Glück wieder normal Rechtschreibung lernen. Bei dem 19-Jährigen war das noch anders … Er kann heute noch nicht richtig schreiben. Und ist heute immer noch beleidigt, wenn man ihn auf einen Fehler hinweist.“

Wann machst Du das eigentlich noch, dein Beruf ist doch an sich schon anstrengend genug?

Ich finde, Schreiben gibt meist mehr Kraft als es kostet. Ich muss mir ja keine Geschichten ausdenken. Ich schreibe einfach auf, was ich Tag für Tag erlebe, versuche, die Prinzipien dahinter zu erkennen und Menschen, die in Organisationen Verantwortung tragen, das Leben durch unsere Erfahrungen, Modelle und Führungsbücher etwas leichter zu machen. Und – nicht zuletzt motiviert mich der Dialog mit meinen Lesern. Eine Vorab-Leserin:

„Ich habe das Manuskript bis Seite 70 gelesen; danach quergelesen. Inhalt und Stil gefallen mir sehr gut. Und ich kann die Aussagen nur bestätigen. Erfahrungen, die mein Mann (Gymnasiallehrer Sekundarstufe II) tagtäglich macht und die selbst meine Kinder (9 und 16) bestätigen würden.
Was ich nur wirklich traurig finde: Die Erkenntnisse und Analysen gehen in dieselbe Richtung wie die von Paul Konrad Liesmann, Julian Nida-Rümelin, Herrn Winterhof, Herrn Spitzer … aber es wird sich wahrscheinlich kaum etwas ändern. In einem nächsten Anlauf werden wir die Probleme dann einfach wegdigitalisieren. 🙂
Ich könnte Ihnen Beispiele nennen, die sie vermutlich als absurd abtun würden.“

Michael, vielen Dank für das Interview!

Wollen Sie mit Michael Lorenz über das Thema „Generation Young“ sprechen oder haben Sie Erfahrungen, Beispiele und Wünsche für die nächste Auflage? Sie erreichen ihn unter .

Möchten Sie gerne mehr über Michael Lorenz und das Team erfahren? Dann geht’s hier entlang!

Blick ins Buch:

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Über den Autor

Ilona Haselbach

Ilona Haselbach ist seit 2001 für die grow.up. Managementberatung GmbH tätig. Neben ihrer Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsleitung hat sie viele Buchprojekte der grow.up. Managementberatung redaktionell betreut. Seit 2013 leitet sie die Redaktion und ist ebenfalls für Lektorat und Vermarktung verantwortlich. Ilona Haselbach ist Autorin zahlreicher Buchbeiträge und veröffentlicht Blogbeiträge zu den Themen Führung und Human Resources.

2 Kommentare

  1. Avatar

    Lieber Michael, ich lese gerade Dein Buch. Vielen Dank für Deine aufschlussreichen Darstellungen der verschiedenen Sichtweisen. Es hilft mir nicht unbedingt, die Generation Young zu verstehen, aber manches besser einzuordnen.

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