Nachdem wir im letzten Artikel eine Einführung in das Vier-Farben-Modell gegeben haben, möchten wir heute einen Schritt weiter gehen – und Ihnen die Möglichkeit bieten, mit einem kurzen Schnelltest Ihre eigenen Verhaltenspräferenzen zu reflektieren.
Wichtig: Der folgende Schnelltest ist kein wissenschaftliches Diagnoseinstrument. Ziel dieses Schnelltests ist es, eine Einschätzung darüber zu ermöglichen, welche Verhaltensweisen von Ihnen bevorzugt eingesetzt werden. Aus diesem Grund sollte er als grobes Werkzeug zur Orientierung und Reflexion verstanden werden.
So funktioniert der Schnelltest
Der Kurzevaluator umfasst 12 Einheiten. In jeder Einheit sehen Sie vier Begriffe, die Sie in eine Reihenfolge bringen:
- 1 = beschreibt Sie am besten
- 2 = passt am zweitbesten
- 3 = trifft am drittbesten zu
- 4 = passt am wenigsten
Gehen Sie dabei zügig und intuitiv vor – der Test dauert in der Regel nur wenige Minuten. Am Ende klicken Sie einfach auf „Auswerten“ und erhalten sofort Ihr individuelles Balkendiagramm und ihre persönliche Auswertung.
Im Anschluss erhalten Sie einen Überblick, in dem die vier Farbtypen beschrieben werden. Dieser lädt Sie dazu ein, zu reflektieren, wie sich ihre persönlichen Verhaltenspräferenzen und die ihres Umfeld, im Alltag äußern. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für verschiedene Verhaltensmuster zu entwickeln.
Der kostenlose Schnelltest:
Bringe die vier Begriffe in jeder Gruppe in eine Rangfolge von 1 (passt am besten) bis 4 (passt am wenigsten). Jede Zahl darf pro Gruppe nur einmal vergeben werden.
Auswertung Ihrer Ergebnisse
Herzlichen Glückwunsch – Sie haben den Schnelltest abgeschlossen!
In Ihrem Balkendiagramm sehen Sie nun die prozentuale Verteilung der vier Farbenergien Rot, Gelb, Grün und Blau. Jede Farbe ist mit einem Wert zwischen 0 und 100 % dargestellt.
Zur Einordnung:
- über 75 % → sehr stark ausgeprägt
- über 50 % → deutlich ausgeprägt
- unter 50 % → weniger stark ausgeprägt
Wichtig ist: Verhaltenspräferenzen beschreiben unser bevorzugtes Verhalten – das Verhalten, das auftritt, wenn wir davon ausgehen, dass unsere Situation dieses Verhalten ermöglicht und erlaubt. Die meisten Menschen sind – je nach Situationsanforderung – zusätzlich in der Lage, ein breites Repertoire an anderen Verhaltensweisen einzusetzen.
Die meisten Menschen erkennen in ihrem Profil zwei Farbenergien die über 50% liegen, manche nur eine, andere auch drei. Das ist völlig normal – und zeigt, dass Verhalten unterschiedlich flexibel ist.
Um Ihr Ergebnis besser zu verstehen, finden Sie im Folgenden einen Überblick über die vier Typen. Dort erfahren Sie, wie sich jede Farbenergie äußert – mit typischen Stärken, möglichen Schwächen, ihrer Wirkung auf andere, Kommunikationsstil, Beiträgen im Team und Umgang mit Veränderungen.
Lesen Sie diese Beschreibungen gerne mit Ihrem eigenen Balkendiagramm im Hinterkopf:
- Welche Punkte passen besonders gut auf Sie?
- Wo fühlen Sie sich weniger wiedererkannt?
- Welche Aspekte geben Ihnen vielleicht neue Anregungen?
Die vier Farbenergien
🔴 Der rote Typ – der Macher / Entscheider
Menschen mit stark ausgeprägter roter Verhaltenspräferenz zeigen sich tendenziell offen, direkt und zielorientiert. Sie handeln oft rasch, entscheiden entschlossen und bringen Dinge produktiv voran. Ihr Auftreten vermittelt meist Entschlossenheit und Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Typisch ist, dass sie ungern lange diskutieren, sondern lieber schnell ins Handeln kommen. Dadurch wirken sie oft energisch und fokussiert – manchmal aber auch etwas ungeduldig.
Sie neigen dazu, zuversichtlich und konzentriert aufzutreten und Herausforderungen zu suchen. Häufig erkennen sie schnell, wie ein Ziel erreicht werden kann, und üben durch Entschlossenheit und Tatkraft Einfluss auf andere aus. Ihre Selbstsicherheit und Handlungsorientierung spiegeln sich in einer Haltung wider, die auf Fortschritt und Verantwortungsübernahme gerichtet ist.
Gleichzeitig besteht bei ihnen die Tendenz, Schwierigkeiten beim Zuhören oder Warten auf Rückmeldungen zu haben. Unter Druck können sie fordernd wirken, und ihre Direktheit wird gelegentlich als dominant oder arrogant wahrgenommen. Oft setzen sie hohe Erwartungen – an sich selbst wie an ihr Umfeld.
Das Ziel von Menschen mit roter Verhaltenspräferenz liegt häufig im persönlichen Erfolg: Projekte voranzutreiben, Ergebnisse zu erzielen und Verantwortung zu übernehmen. Auf andere können sie dabei befehlend oder dominant, aber auch durchsetzungsstark und klar wirken.
Menschen mit roter Verhaltenspräferenz streben insgesamt nach Tatkraft, Entschlossenheit und Handlungsorientierung. Sie bringen Energie und Richtung in Aufgaben. Sie profitieren oft davon ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie ihr direkter Stil auf andere wirkt.
🟡 Der gelbe Typ – der Überzeuger / Expressive
Menschen mit stark ausgeprägter gelber Verhaltenspräferenz zeigen sich im Alltag oft lebhaft, gesellig und begeisterungsfähig. Sie treten tendenziell gefühlsbetont, kontaktorientiert sowie offen und aufgeschlossen auf. Ihr Denken und Handeln ist häufig spontan, ideenreich und flexibel. Dabei bringen sie eine positive Ausstrahlung mit und können andere leicht mit ihrer Energie anstecken.
Ihre Stärken liegen darin, schnell Beziehungen aufzubauen und durch Freundlichkeit und Offenheit Vertrauen zu gewinnen. Sie neigen dazu, anpassungsfähig zu sein, neue Ideen einzubringen und durch Kreativität und Begeisterung zu überzeugen. In Gesprächen oder Präsentationen wirken sie oft inspirierend und tragen dazu bei, Schwung in Projekte zu bringen und andere zu motivieren.
Gleichzeitig besteht bei ihnen die Tendenz, über längere Zeit weniger konzentriert zu bleiben. Sie verlieren häufiger das Interesse an Aufgaben, und ihre Nachbereitung wirkt manchmal weniger strukturiert. In manchen Situationen erscheinen sie daher etwas unorganisiert oder zu umgänglich. Ihre Begeisterung für Neues kann zudem dazu führen, dass sie mehr anfangen, als sie konsequent zu Ende führen.
Die Lebenseinstellung von Menschen mit gelber Verhaltenspräferenz ist stark auf Spaß, Beziehungen und die Außenwelt ausgerichtet. Ihr Ziel liegt häufig in Anerkennung – sowohl im persönlichen Miteinander als auch im beruflichen Umfeld.
Auf andere wirken sie meist optimistisch, charismatisch und inspirierend. Gleichzeitig kann ihr lebhafter, manchmal chaotischer Stil auch den Eindruck von Desorientierung oder Naivität erwecken.
Menschen mit gelber Verhaltenspräferenz streben insgesamt nach Begeisterung, Kreativität und Kontaktfreude. Sie inspirieren andere, bringen Leichtigkeit in den Alltag und fördern ein positives Miteinander. Gleichzeitig profitieren sie davon, zusätzliche Struktur und Konsequenz zu entwickeln, um ihre vielen Ideen wirksam umzusetzen.
🟢 Der grüne Typ – der Teamplayer / Verlässliche
Menschen mit stark ausgeprägter grüner Verhaltenspräferenz zeigen sich im Alltag häufig ruhig, ausgeglichen und harmonisch. Sie treten tendenziell teamorientiert, loyal und zuverlässig auf. Ihr Handeln ist meist sorgfältig überlegt, und sie hören geduldig zu. Ihr Fokus liegt eher darauf, stabile Beziehungen zu gestalten und Vertrauen aufzubauen.
Ihre Stärken liegen darin, langfristige Beziehungen aufzubauen und aufrichtig sowie herzlich aufzutreten. Sie neigen dazu, aufmerksam zuzuhören und sind bereit, sich für andere einzusetzen. Mit Beständigkeit und Ausdauer vermitteln sie ein Gefühl von Sicherheit und tragen zu Stabilität in Gruppen bei.
Gleichzeitig besteht bei ihnen die Tendenz, mehr Zeit zu benötigen, um sich auf Neues einzustellen. Sie verschieben Entscheidungen häufiger oder vermeiden Konflikte. Schwierigkeiten nehmen sie bisweilen persönlich, und unter Druck wirken sie manchmal zögerlich oder wenig initiativ.
Die Lebenseinstellung von Menschen mit grüner Verhaltenspräferenz ist geprägt von Stabilität, Werten und dem Wunsch, andere zu unterstützen. Ihr Ziel liegt häufig in Ausgeglichenheit und Harmonie – sowohl im persönlichen Umfeld als auch im beruflichen Miteinander.
Auf andere wirken sie oft sanft, achtsam und zuverlässig, können jedoch auch zurückhaltend oder zu wenig durchsetzungsstark erscheinen.
Menschen mit grüner Verhaltenspräferenz streben insgesamt nach Empathie, Beständigkeit und Verlässlichkeit. Sie sorgen für Stabilität und Vertrauen in Gruppen und fördern ein respektvolles Miteinander. Gleichzeitig profitieren sie davon, in manchen Situationen Konflikten aktiver zu begegnen und Entscheidungen entschiedener zu treffen.
🔵 Der blaue Typ – der Denker / Analytiker
Menschen mit stark ausgeprägter blauer Verhaltenspräferenz zeigen sich im Alltag häufig sachlich, analytisch und eher zurückhaltend. Sie orientieren sich bevorzugt an Fakten und Daten, arbeiten präzise und legen großen Wert auf klare Strukturen. Ihr Auftreten wirkt meist ruhig und konzentriert, mit einem deutlichen Fokus auf Aufgaben und Ergebnisse.
Ihre Stärken liegen darin, gründlich und detailliert zu arbeiten. Sie neigen dazu, sich sorgfältig vorzubereiten und kritisch zu hinterfragen, um Zusammenhänge zu verstehen. Ihre Fachkenntnis, Genauigkeit und Zuverlässigkeit verleihen ihnen Glaubwürdigkeit. Sie tragen dazu bei, Ordnung und Übersicht in Prozesse zu bringen.
Gleichzeitig besteht bei ihnen die Tendenz, im Erstkontakt zurückhaltend zu wirken. Ihre Fragen erscheinen bisweilen kritisch oder distanziert, da sie stark faktenorientiert vorgehen. Emotionale Aspekte geraten leichter in den Hintergrund. Zudem kann ihre Detailorientierung manchmal den Eindruck von Pedanterie oder Übergenauigkeit erwecken.
Das Ziel von Menschen mit blauer Verhaltenspräferenz liegt häufig darin, Entscheidungen auf eine fundierte Basis zu stellen, Risiken zu erkennen und Ergebnisse zuverlässig zu prüfen. Auf andere wirken sie oft analytisch, distanziert und kritisch, zugleich aber auch kompetent und sachlich.
Menschen mit blauer Verhaltenspräferenz streben insgesamt nach Präzision, Klarheit und Objektivität. Sie schaffen damit eine Grundlage für fundierte Entscheidungen, profitieren jedoch davon, auch die Wirkung ihres eher distanzierten Stils auf andere im Blick zu behalten.
Abschließende Hinweise und weiterführende Links
Wir hoffen, dass der Schnelltest Ihnen einen ersten Einblick geben konnte – vielleicht haben Sie sich in einzelnen Beschreibungen wiedererkannt und mehr Verständnis für Unterschiede in Kommunikation und Miteinander gewonnen.
In den kommenden Beiträgen unserer Serie bauen wir auf diesem Wissen auf und geben praktische Tipps, wie Sie die verschiedenen Farbtypen im Alltag besser verstehen und nutzen können – sei es in Führung, Konflikten, Kommunikation oder Zeitmanagement.
Vielleicht hilfreich in diesem Zusammenhang: unser Artikel „Das Vier-Farben-Modell: Do’s & Don’ts im Umgang mit jeder Farbe“. Dort finden Sie konkrete Hinweise, wie Sie am besten mit den einzelnen Typen kommunizieren – und was Sie besser vermeiden sollten.
Teilen Sie den Fragebogen gerne mit Freund:innen, Kolleg:innen oder in Ihrem Team. Oft ist es spannend, sich gegenseitig einzuschätzen und so den Umgang miteinander zu reflektieren und zu verbessern.
Ergänzend zu diesem Beitrag empfehlen wir auch unser YouTube-Video zum Vier-Farben-Modell.
Wenn Sie tiefer einsteigen möchten: Mit dem Insights Discovery® Profil erhalten Sie eine professionelle Auswertung, die weit über diesen Schnelltest hinausgeht. Dabei werden nicht nur Ihre dominanten Farbenergien, sondern auch deren Zusammenspiel betrachtet. So entstehen differenzierte Typen wie etwa der motivierende Initiator oder der gewissenhafte Berater. Das Profil beleuchtet sowohl bewusste als auch weniger bewusste Präferenzen – und macht sichtbar, welche Bedeutung diese für Ihre Selbstentwicklung, Ihre Karriereplanung oder die Teamentwicklung haben.
Außerdem: Wenn Sie das Thema Führung noch gezielter angehen möchten, empfehlen wir unser Booklet „Erfolgreich führen mit dem Vier-Farben-Modell“, das auf Amazon für 4,99 € erhältlich ist. Es enthält hilfreiche Tipps, präzise Antworten auf viele Fragen rund um Mitarbeiterführung sowie praktische Checklisten, mit denen Sie das Gelernte direkt anwenden können.
Mehr Informationen über uns finden Sie auf unserer Webseite: www.grow-up.de
Oder kontaktieren Sie uns direkt unter: info@grow-up.de
Hinweis: Die in diesem Beitrag dargestellten Informationen sind stark vereinfacht und ersetzen keine wissenschaftlich fundierte Diagnostik.













