Wirkungsvoll reden und überzeugen – Die Macht unserer Sprache

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Als Führungskraft reden wir doch im Grunde nur noch auf Menschen ein. Auf Mitarbeiter, Kunden, Vorgesetzte oder Kollegen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ihr wichtigstes Führungswerkzeug professionell gebrauchen und deutlich mehr Wirkung erreichen!

Waren Martin Luthers Grundsätze, wenn es um das Reden ging. Leider fällt uns das Beherzigen der Luther´schen Grundregeln häufig recht schwer. Obwohl wir doch wissen, dass häufig leider nicht der Inhalt des Gesagten die entscheidenden Wirkungen erzielt, sondern unser Auftritt, die Betonung, die Formulierung oder die Wahl des richtigen Auftritts.

Was „Rhetorik“ bedeutet

Als Rhetorik wollen wir die Lehre von den Grundsätzen, Formen und Bedingungen der freien Rede verstehen. Aber Rhetorik ist wesentlich mehr: Sie ist die Lehre von der Ausstrahlung und Wirkung.

Rhetorik verstehen wir als Technik, um die eigene Wirkung zu verstärken, die Fähigkeiten, die jeder hat, passend zur Persönlichkeit zu optimieren und die Kommunikation mit den Mitmenschen zu verbessern.

Viele Regeln zur Verbesserung der Wirksamkeit der eigenen Ausführungen sind nicht schwierig umzusetzen, will man jedoch alle berücksichtigen, hat man eine wirklich schwierige Aufgabe vor sich. Das schwierigste ist der Anfang: Sie müssen sich dazu entschließen, an sich selbst etwas zu verändern. Und: Sie müssen über längere Zeit üben.

Beginnen Sie folgendermaßen:

Schreiben Sie sich Post-Ins mit je einer der nachfolgenden Regeln auf. Kleben Sie diese an Stellen, auf die Sie mehrmals täglich blicken. Versuchen Sie, jede einzelne Regel so häufig zu wiederholen, bis sie Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist, mindestens aber eine Woche lang. Gehen Sie dann zum nächsten Tag über.

Regel 1: Holen Sie einmal am Tag tief Luft! (Atmung)

Durch unsere häufig sitzende Tätigkeit werden Teile unserer Lungen häufig nicht gefüllt. Wir reden dauernd im Sitzen und wundern uns, warum unsere Stimme dünn und kraftlos wirkt. Für eine wohlklingende Stimme wird der Brustkorb als Resonanzkörper gebraucht. Fülle kommt nur zustande, wenn beim Reden ausgeatmet wird! Beginnen Sie also damit, morgens ein paar Mal auszuatmen, dann tief durchzuatmen und im Verlaufe des Tages mehrmals konzentriert und bewusst einzuatmen.

Regel 2: Sprechen Sie Klartext! (Deutliche Aussprache)

Wir sind häufig unachtsam mit dem gesprochenen Wort, obwohl wir ja eigentlich (meist) verstanden werden wollen. Leider gelingt uns häufig schon der einfachste Part, die Verständlichkeit durch gute Artikulation, nicht. Achten Sie darauf, ob Kollegen oder Mitarbeiter Sie häufiger darum bitten, etwas bereits Gesagtes zu wiederholen: Hier kann es sein, dass man Sie tatsächlich nicht versteht.

Die beste Übung zu diesem Thema funktioniert ganz einfach und wird von Rednern in der ganzen Welt angewendet: Schneiden Sie ein Stück von einem Weinkorken ab und stecken Sie es in den Mund. Lesen Sie Textpassagen aus der Tageszeitung laut vor, bis sie für andere verständlich sind, auch mit dieser Hürde.

Regel 3: Lesen Sei ein Gedicht pro Woche laut! (Sinnvolle, abwechslungsreiche Betonung und angenehme Stimmlage)

Fangen Sie etwa mit Rilkes „Panther“ an und betonen Sie die einzelnen Wörter und Silben überdeutlich. So deutlich, dass es Ihnen selbst blödsinnig und überzogen erscheint. Variieren Sie, so bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie sich allein durch Betonung ein ganz anderer Sinnzusammenhang ergibt.

Bemühen Sie sich, Ihre Stimme möglichst tief und dunkel klingen zu lassen. Je tiefer eine Stimme ist, desto vertrauenswürdiger wirkt der Stimmträger auf uns. Hohe oder schrille Stimmen bewirken das Gegenteil und wirken schnell hysterisch oder abstoßend.

Sprechen Sie gewöhnlich eher leise, beginnen Sie jeden Satz in Ihrer Übung lauter, als sie es eigentlich sonst tun würden.

Variieren Sie Betonung und Stimmlage, bis Ihnen Ihre Stimme selbst angenehmer, ruhiger und ausgewogener erscheint, sie wird dann auch auf andere entsprechend wirken.

Regel 4: Üben Sie wichtige Reden vor dem Spiegel! (Gesten und Gebärden)

Gesten sind sichtbare Emotionen. Wir interpretieren die Bedeutung und Glaubhaftigkeit der Äußerungen des Gegenübers nicht nur durch Worte, sondern mindestens ebenso stark durch die Beobachtung seiner Gesten.

Achten Sie darauf, offene und ruhige Handbewegungen zu machen, fuchteln Sie nicht herum. Das verrät Unsicherheit und Aufregung.

Beachten Sie die natürlichen Distanzzonen des Gegenübers, 40-50 cm ist die untere Grenze.

Regel 5: Bevor Sie mit dem Reden beginnen, reden Sie sich ein, um Sie herum seien nur nette Leute. (Mimik)

Oder stellen Sie sich vor, vor Ihnen säßen nur Menschen mit Blumenkohl-Köpfen – das erheitert und wirkt sich auf Ihre Stimmung positiv aus.

Trainieren Sie sich des Weiteren darin, Rednern zuzusehen, ohne den Worten zu lauschen. Sie werden überrascht sein, wie viel Sie verstehen, auch ohne Worte. Die Mimik verrät, was intendiert wird.

Regel 6: Die Macht steckt im Jackett. (Haltung und Outfit)

Achten Sie darauf, dass Sie in formalen Situationen lieber etwas overdressed sind. Reden Sie vor einer Gruppe nie ohne Jackett.

Üben Sie sich darin, andere Redner zu beobachten, wenn sie zur Türe hereinkommen, sich setzen, aufstehen, um jemanden zu begrüßen oder nach vorne gehen, um zu reden. Schärfen Sie so Ihre Beobachtungsgabe für die Wirksamkeit Ihres eigenen Auftritts. „Erst stehen, dann sprechen“ – Reden Sie also erst los, wenn Sie vor der Gruppe aufrecht, ruhig und fest stehen.

Regel 7: Stellen Sie Blickkontakt her! (Blickkontakt)

Bevor Sie beginnen, sammeln Sie die Blicke der Zuhörer ein. Genießen Sie die langsam eintretende Stille und reden Sie nicht in den noch vorhandenen Lärm des Gemurmels hinein. Sie werden sehen, fast jede Zuhörergruppe verstummt nach kurzer Zeit, gespannt der Erwartung, was Sie zu sagen haben.

Überwinden Sie Lampenfieber, indem Sie gut vorbereitet antreten und sich klar machen, dass Sie der beste Redner für das Thema sind. Viele Zuhörer beschäftigen sich sowieso zeitweise mit ihren eigenen Gedanken, so dass es meist sogar nicht auffällt, wenn nicht 100% alles logisch aufgebaut ist.

Prüfen Sie auch vorab noch einmal Ihre Kleidung und die Technik.

Regel 8: Nutzen Sie mentales Training! (Mental)

Denken Sie an glückliche Momente im Leben, an besondere Erfolge oder an einen guten Witz. Ihr Motto sollte lauten: „Positiv den Tag beginnen“ und so sollten auch Ihre Gedanken sein. Sie werden hören, es wirkt sich auf Ihre Sprache aus.

Möchten Sie noch mehr zu diesem Thema oder anderen Führungsthemen wissen oder suchen Sie Unterstützung, um Ihre rhetorischen Kompetenzen auszubauen? Dann besuchen Sie doch unsere Homepage, schreiben Sie eine E-Mail an oder rufen Sie uns an unter +49 (2354) 70890 – 0. Wir freuen uns auf ein Gespräch mit Ihnen!


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About Author

Ilona Haselbach

Ilona Haselbach ist seit 2001 für die grow.up. Managementberatung GmbH tätig. Neben ihrer Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsleitung hat sie viele Buchprojekte der grow.up. Managementberatung redaktionell betreut. Seit 2013 leitet sie die Redaktion und ist ebenfalls für Lektorat und Vermarktung verantwortlich. Ilona Haselbach ist Autorin zahlreicher Buchbeiträge und veröffentlicht Blogbeiträge zu den Themen Führung und Human Resources.

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