Ein Interview mit Jan Peters zu seinem letzten Projekt
Du hast vor Kurzem ein Training zum Thema Zeit- und Selbstmanagement geleitet. Möchtest du uns etwas über den Anlass des Trainings erzählen?
Jan Peters: Ja klar, gerne. In einer öffentlichen Verwaltung sollte der Bereich Personalentwicklung gezielt ausgebaut werden, um Mitarbeitende in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu stärken. Das Training zum Thema Zeit- und Selbstmanagement war Teil dieser neuen Schulungsreihe und legte bewusst den Fokus auf praxisnahe Methoden für den Arbeitsalltag.
Das Thema stieß direkt auf großes Interesse und zeigt, wie relevant es in der heutigen Zeit und speziell in einem Arbeitsumfeld mit vielfältigen Aufgaben und zunehmender Komplexität ist. Aufgrund der hohen Nachfrage führten wir das Seminar daher sogar zweimal durch. Ziel des Trainings war es, den Teilnehmenden Raum zu geben, ihre Arbeitsweise zu reflektieren und wirksame Strategien für mehr Klarheit und Selbststeuerung zu entwickeln.
Das klingt spannend. Mit welcher Erwartungshaltung sind die Teilnehmenden denn in das Training gestartet?
Jan Peters: Die Teilnehmenden kamen aus ganz unterschiedlichen Bereichen – von der IT über die zentralen Dienste bis hin zu Schule und Bauwesen. Gemeinsam war ihnen der Wunsch, den eigenen Arbeitsalltag besser zu strukturieren und bewusster mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen.
Viele wollten weniger „Techniken“ lernen, sondern vielmehr verstehen, wie sie realistisch planen, Prioritäten setzen und ihren Tag so gestalten können, dass am Ende auch Zeit für das Wesentliche bleibt. Die Offenheit und Motivation in der Gruppe war groß – das Thema hat offensichtlich einen Nerv getroffen.
Möchtest du uns vorab einmal schildern wie der Ablauf des Trainings war?
Jan Peters: Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Selbstreflexion und Standortbestimmung. Denn Zeit- und Selbstmanagement beginnt nicht bei Methoden oder Kalendern, sondern vielmehr beim Blick auf sich selbst: Wo liegen meine individuellen Herausforderungen, welche Gewohnheiten prägen meinen Arbeitsstil und wo entstehen im Alltag die größten Stolpersteine?
Anhand verschiedener Reflexionsübungen und eines Selbsttests haben die Teilnehmenden ihre eigenen Muster und Herausforderungen analysiert. Mit Hilfe des Insights-Discovery-Modells wurde deutlich, dass Menschen sehr unterschiedlich mit Zeit, Struktur und Prioritäten umgehen – und dass diese Unterschiede im Arbeitskontext eine wichtige Rolle spielen.
Am Nachmittag lag der Fokus stärker auf der Praxis. Die Teilnehmenden haben in Gruppen verschiedene Modelle und Techniken erarbeitet und vorgestellt – von bekannten Methoden wie der Getting things done (GTD) Methode oder der Eisenhower Matrix bis hin zu spezifischeren Strategien wie der Pomodoro-Technik oder Strategien zur Tages-/Wochenplanung oder für den Umgang mit Störungen. Dabei stand immer die Frage im Mittelpunkt, welche Methode für die individuellen Herausforderungen jedes einzelnen Teilnehmenden am besten passt und wie sich diese Ansätze konkret in den eigenen Arbeitsalltag übertragen lassen.
Den Abschluss bildete ein weiteres sehr wichtiges Thema – nämlich Resilienz. Sie bildet die Grundlage dafür, auch unter Druck handlungsfähig, fokussiert und gelassen zu bleiben.
Kannst du uns sagen welche Rolle Resilienz im Zeit- und Selbstmanagement spielt – und warum es dir wichtig war, diesen Schwerpunkt mit aufzunehmen?
Jan Peters: Zeit- und Selbstmanagement wird oft mit Effizienz und Produktivität verbunden – dabei geht es im Kern um Selbststeuerung und einen bewussten Umgang mit den eigenen Ressourcen. Genau hier knüpft das Thema Resilienz an.
Mir war wichtig zu zeigen, dass gute Selbstorganisation nicht allein aus Planung und Priorisierung besteht, sondern auch aus innerer Stabilität. Wer langfristig handlungsfähig bleiben möchte, braucht Strategien, um mit Belastung, Rückschlägen und Unsicherheiten umzugehen.
Dazu haben wir die sieben Säulen der Resilienz betrachtet und in einem Selbsttest reflektiert, wie die Teilnehmenden in diesen Bereichen aktuell aufgestellt sind. Ergänzend gab es Anregungen und kleine Übungen, wie sich einzelne Säulen gezielt stärken lassen. Denn Resilienz ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal – sie ist trainierbar und damit ein zentraler Bestandteil von wirksamem Selbstmanagement.
Gab es Methoden oder Übungen, die für die Teilnehmenden besonders gut funktioniert haben?
Jan Peters: Besonders wertvoll war für viele die intensive Selbstreflexion zu Beginn des Trainings. Dadurch konnten die Teilnehmenden sehr konkret erkennen, in welchen Bereichen sie bereits gut aufgestellt sind und wo sie noch Entwicklungspotenzial sehen.
Das Insights-Discovery-Modell hat zusätzlich geholfen, die eigene Arbeitsweise und die Unterschiedlichkeit anderer besser zu verstehen – etwa, warum manche Menschen Struktur brauchen, während andere flexibler agieren.
Bei den Methoden zeigte sich, dass es keine pauschale Lösung gibt: Je nach persönlichem Arbeitskontext haben Teilnehmende unterschiedliche Ansätze als hilfreich erlebt – teils eine Kombination mehrerer Techniken, teils einzelne Elemente, die gut in den Alltag passen. Das Thema Resilienz hat am Ende nochmals eine andere Perspektive eröffnet und gezeigt, dass Selbstmanagement immer auch mit innerer Haltung und Balance zu tun hat.
Wenn du einen Tipp geben könntest: Was hilft deiner Erfahrung nach am meisten, um langfristig gut mit sich selbst und seiner Zeit umgehen zu können?
Jan Peters: Aus meiner Sicht beginnt gutes Zeit- und Selbstmanagement immer mit dem Blick auf sich selbst. Wer versteht, wie er arbeitet, was ihm Energie gibt und wo typische Stolpersteine liegen, kann gezielt ansetzen. Darauf aufbauend geht es darum, Methoden zu wählen, die wirklich zur eigenen Person, zu den individuellen Herausforderungen und zum jeweiligen Arbeitskontext passen – nicht jede Technik funktioniert für jeden gleich. Ebenso wichtig ist die innere Haltung: Es geht nicht darum, immer mehr in immer weniger Zeit zu schaffen, sondern bewusst zu steuern, was wichtig ist, und dabei mit sich selbst achtsam umzugehen.
Wenn Sie das Thema vertiefen möchten
Sie sind nach diesem Artikel daran interessiert, herauszufinden, wo Ihre Stärken, aber auch Ihre persönlichen Herausforderungen im Zeit- und Selbstmanagement liegen? Sie möchten einen Einblick bekommen, wie Sie aktuell mit Ihrer Zeit und Ihren Aufgaben umgehen, wie gut Sie Prioritäten setzen oder planen können? Dann empfehlen wir Ihnen unseren nächsten Blogartikel. In diesem haben Sie die Möglichkeit, in einem kompakten Selbstcheck mehr über genau diese Themen zu erfahren und einen ersten Einblick in Ihr persönliches Zeit- und Selbstmanagement zu erhalten. Zudem werden Ihnen erste praktische Tipps an die Hand gegeben, die Ihnen dabei helfen können, besser mit Ihren spezifischen Herausforderungen umzugehen.
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