Zusammenhalten in der Krise

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Was wir zurzeit erleben, ist für alle neu. Wirre Zeiten, verrückte Zeiten, irritierende Zeiten. Wie soll man das nennen, was wir in den letzten Wochen erleben?

Neben Verunsicherung und Angst erleben wir auch ganz Großartiges. Menschen, die auf die tollsten Ideen kommen, um anderen zu helfen, um zu unterstützen. Ganz viel Menschlichkeit, die mich an vielen Stellen sehr bewegt. Ganz viel Hilfsbereitschaft, Zusammenrücken in der inneren Verbundenheit. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, wecken in vielen Menschen eine unglaubliche Kreativität in der Frage, was kann ich tun, um die Situation für mich und für andere so gut wie möglich zu gestalten. Das ist toll!

Und es ist besonders wichtig für alle diejenigen, die jetzt nicht so genau wissen, wo ihnen der Kopf steht. Ja, auch das ist Realität für viele Menschen. Nicht zu wissen wie sie mit der Situation umgehen sollen, Angst und Sorge um andere Menschen, die eigene wirtschaftliche Situation und vieles mehr. Aber auch ganz banal die Fragen, was soll ich in dieser Situation tun, wie soll ich damit umgehen, wie kriegen wir das hin. Das gilt für uns privat genauso wie für die Arbeitssituation. Und es fordert diejenigen in mehrfacher Hinsicht, die für andere verantwortlich sind, und eine solche Situation auch noch nicht erlebt haben.

Im Moment können wir aus vollem Herzen sagen, gut dass die Welt heute so viele technische Möglichkeiten schafft, um sich zu vernetzen, auch in der Distanz den Austausch zu pflegen, räumlich aber nicht real allein zu sein. Wir lernen gerade, wie viele andere auch, dass virtuell, online, remote sehr viel mehr geht, als wir im Januar oder Februar vielleicht noch gedacht haben. Der erste Schreck und die ganz große Sorge, was passiert, wenn wir nicht mehr vis-à-vis mit unseren Kunden sprechen können, keine Präsenz-Workshops und Meetings mehr machen können, ist der kreativen Kraft gewichen. Wie bei wohl allen Kolleginnen und Kollegen sind alle Termine mit persönlichem Kontakt gestrichen und storniert worden, aber wir dürfen erleben, was alles geht. Wir erleben unsere eigene Lernkurve und wie wir es gemeinsam schaffen, wieder optimistischer nach vorne zu schauen. Das tun wir gemeinsam, in online Brainstormings, mit geteiltem Lernen und in dem wir alles, was jeder einbringen kann, zusammentragen und wo es geht etwas Neues daraus schaffen.

Diese wertvolle Erfahrung wollen wir gerne mit anderen teilen. Die Erfahrung, wieviel Kraft, Kreativität und Energie wir gemeinsam entfalten können. Auch, wenn wir nicht an einem Tisch sitzen, sondern über Zoom, Teams und Co. von Berlin, München, Gummersbach und Norddeutschland aus verbunden sind. Unser Business ist die Arbeit mit Menschen und ich gestehe, ich war immer jemand, der gesagt hat, dies und das, das geht nur persönlich. Ich bin jetzt schlauer und weiß, es geht ganz viel, auch wenn ich oder wir online mit unseren Kunden vernetzt sind. Und es geht sehr gut.

Wir erleben, wie auch diese Form der Zusammenarbeit und des Austausches Führungskräfte und Teams weiterbringt und in einer Zeit höchster Anforderungen entlastet.

Auch vor Februar 2020 haben besondere Herausforderungen oder Situationen, dazu geführt, dass Teams nach Begleitung oder Unterstützung fragten. Manchmal waren es Veränderungen oder neue Themen. Aktuell ist es oft alles auf einmal.

Auch jetzt geht es um die Fragen „Wie können wir gut zusammenarbeiten? Wie können wir den Informationsfluss und unsere Kommunikation für alle gut gestalten? Wie optimieren wir unsere Zusammenarbeit und Effizienz? Wie können wir Spannung und Konflikte auflösen oder vermeiden? Wie nutzen wir unsere Unterschiedlichkeit optimal für die Rollen und Aufgabenverteilung im Team?“ und ähnliches mehr.

Gerade jetzt, bei den ganzen Veränderungen und dem Druck, der auf vielen lastet, können wir meist feststellen, dass die Kommunikation, der offene Austausch und der Informationsfluss leiden und ein Kreislauf entsteht, der aus kleinen Dingen oder Missverständnissen größere Schwierigkeiten macht und Effizienz kostet. Und dann ist es immer eine besondere Freude, wenn wir es schaffen, über unsere Begleitung die Kommunikation wieder in Gang zu bringen und Vertrauen wieder zu festigen oder aufzubauen.

Unser  Business ist es, Menschen in Unternehmen dabei zu unterstützen, die unterschiedlichsten Herausforderungen positiv zu meistern. Und genauso wie viele Kolleginnen und Kollegen denken wir viel darüber nach, wie wir Führungskräfte und Teams bei den besonderen Herausforderungen unterstützen können. Wo und wie kann das, was wir seit langem tun, entlasten, stärken, Ideen oder die benötigten Lösungen bringen?

Wir haben hier 3 praktische Tools für Sie zusammengestellt:

Tool 1:  Boxen-Stopp

Was an Begleitung geleistet wird, muss nicht immer ein großes Ding sein. Wenn Sie mit Ihrem Team in der aktuellen Hektik einmal innehalten wollen, um sich zu sortieren und das Wichtige wieder zu fokussieren, dann nutzt Ihnen ein „Boxen-Stopp“. Sie werfen gemeinsam einen Blick auf die Fragen: „Wo stehen wir gerade?“ Wie läuft es gerade?“, Wie geht es uns in diesem Projekt, in dieser Zeit, mit unserer Zusammenarbeit“? Dieser strukturierte Raum zum Reden, die richtigen Fragen, um den Prozess des Reflektierens und das Nach-vorne-Schauen anzustoßen, kann viel bewirken.

Tool 2: Prozess-Begleitung

Bei komplexen Projekten oder bei besonderen Belastungen und Herausforderungen, steigen wir mit den Teams in einen etwas umfassenderen Prozess der Begleitung ein. Hier geht es um mehr, als um ein situatives Innehalte, es geht darum, neue Kraft und Orientierung zu finden. Die Themen sind vielleicht zu komplex, die Anforderungen zu neu, die Fragen zu viele. Dann begleiten wir Sie und Ihr Team über einen längeren Zeitraum, machen verschiedene online Meetings und arbeiten die relevanten Fragen und Themen systematisch durch. Wir alle kennen das, wenn  wir sehr stark, vielleicht auch emotional in einer Situation involviert sind, haben wir oft Scheuklappen auf, die den Blick nach rechts und links für alternative Vorgehensweisen oder einen offenen und verständnisvollen Blick auf die Situation und andere Handelnde versperren. Wir helfen, die Scheuklappen abzulegen und wieder mehr Möglichkeiten wahrzunehmen, neue Perspektiven einzunehmen, sich nicht zu verrennen, was nur unnötige wertvolle Energie verbraucht und keinem hilft.

Tool 3: Online-Retrospektive

In fast allen Kontakten mit unseren Kunden hören wir, dass Führungskräfte und Teams gerade jetzt, selbst wenn sie sich schon lange kennen, Neues über sich selbst und die anderen lernen. Führungskräfte schildern, dass sie Fähigkeiten und Veränderungskompetenzen und die Bereitschaft sich einzusetzen bei ihren Mitarbeitern erleben, die sie in der alltäglichen Routine so nicht wahrgenommen haben. Es wird gerade noch deutlicher, wer bei was mehr Unterstützung braucht. Aber auch, wo Einzelne und Teams viel mehr in die Eigenverantwortung und Selbststeuerung gehen als bisher.

Es wäre doch fatal, wenn die Erkenntnisse und Lernerfolge nicht gesammelt und ausgewertet würden. Die Methode der Retrospektive hat eine Kollegin hier schon vor längerem beschrieben. Und natürlich lässt sich diese Methode sehr gut auch Online nutzen. Wir moderieren die Online-Retrospektiven, damit Sie und Ihr Team Raum und Zeit haben, Ihre Lernerfolge und Erkenntnisse herauszuarbeiten und für die weitere Zusammenarbeit sowie für zukünftige Herausforderungen nutzbar zu machen.

Auch wir haben wie viele andere, wichtige, neue Erfahrungen gesammelt. Boxen-Stopp und Prozessbegleitung genauso wie die Begleitung von Meetings und Retrospektiven, können, gerade jetzt, wenn nicht alle an einem Ort sind, Dank der vielfältigen Möglichkeiten der neuen Medien, super auch online stattfinden. Ja, für manche ist das am Anfang etwas merkwürdig gewesen, sie haben mit großen Zweifeln am ersten Meeting oder Boxen-Stopp teilgenommen. Aber dann konnten sie feststellen: Hey, das geht ja tatsächlich super und es hat uns weitergebracht!

So hat ein Kollege gerade erst einen Teamkonflikt-Workshop in den USA online moderiert. Und was haben die Teilnehmer dazu gesagt?

„Wir sind mit sehr viel Skepsis in den Termin gegangen und haben uns gefragt was das bringen soll. Aber bereits nach zwei Stunden waren wir erstaunt, wie weit wir gekommen sind.“

Vielleicht wird das, was für manche Teams und Unternehmen in kleinerem Umfang schon in der Vergangenheit gelebte und bewährte Praxis war, in Zukunft ein viel gängigeres Format, um ein Team durch externe Berater situationsspezifisch, akut, sporadisch, kontinuierlich oder wie auch immer begleiten zu lassen. Schließlich hat sich online-Coaching inzwischen ja auch sehr etabliert. Es hat ja  durchaus viele Vorteile: es spart bei allen Beteiligten viel  Zeit, ist spontaner, auch bei akutem Bedarf schnell abrufbar, schont die Umwelt und wir Berater können endlich unsere Bürostühle abnutzen.

Im Moment öffnet die aktuelle Situation die Türen und lässt Führungskräfte und Teams Neues ausprobieren. Es ist ja sowie so viel neu und anders. Dieses Neue und Andere stellt an viele Teams hohe Anforderungen. Homeoffice, Kurzarbeit oder Überlast, wir finden gerade alles parallel. Aber das heißt nicht, dass Sie als Führungskraft und Team alles alleine lösen und bewältigen müssen.

Wir wünschen allen Unternehmen, allen die in der Verantwortung stehen und allen, die ihr Bestes geben, diese Zeiten erfolgreich zu meistern, alle Kraft, allen Mut und alle Energie, die sie brauchen.

Sie erreichen uns jederzeit per Mail unter info[at]grow-up.de oder telefonisch unter 02354-70890-0.

About Author

Uta Rohrschneider

Uta Rohrschneider ist Gesellschafterin und Geschäftsführerin der grow.up. Managementberatung. Als Managementberaterin, Organisationsentwicklerin, Trainerin und Coach berät sie seit 1997 Kunden unterschiedlicher Branchen in Fragen der Strategie und Organisationsausrichtung, der Personalentwicklung und der Management-Diagnostik. Davor hat sie in verantwortlichen Positionen in verschiedenen Unternehmen in der internen Personal- und Führungskräfteentwicklung gearbeitet. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen zu den Themen Führung, Diagnostik und Personalentwicklung.

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