Vom erfolgreichen Umgang mit Brainteasern

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Könnten Sie eine solche Frage schnell beantworten? Welchen Lösungsansatz würden Sie präsentieren? Welche Faktoren müssen Sie beachten?
Diese Aufgabenstellung fällt in die Kategorie des „Brainteasers“.


Brainteaser sind Logikaufgaben, die Ihre Fähigkeit zum analytischen, eigenständigen und logischen Denken testen. Sie werden oft in Form einer abstrakten Fragestellung oder einer kleinen Geschichte präsentiert. Teilweise erinnern sie auch an eine Matheaufgabe aus der Schule.

Brainteaser könnte man mit »Gehirn-Ärgerer« übersetzen, gerne wird aber auch der Begriff der »harten Nuss« verwendet. Aus ihrer Eigenschaft, intuitiv unmöglich zu beantworten zu sein, aber auf jeden Fall eine logische Lösung zu haben, resultiert die Begeisterung für und der Spaß an der intellektuellen Herausforderung.

Der Weg ist das Ziel

Brainteaser werden häufig als Fragen im Bewerbungsgespräch verwendet. In Auswahlverfahren der Consulting-Branche schon vielfach eingesetzt, sollen sie die Problemlösefähigkeit des Bewerbers testen. Dies kann auch durchaus sinnvoll sein – Beobachten Sie selbst Ihre Bekannten beim Lösen einer solchen Aufgabe. Sie werden feststellen, dass unterschiedliche Herangehensweisen, Fähigkeiten und Lösungswege zum Vorschein kommen. Ebendieses Kriterium macht den Brainteaser für den Personaler so wertvoll. Die Aufgabe zeigt, ob Sie strukturiert und analytisch bei der Lösung eines Problems vorgehen. Die Unternehmen wollen mit solchen Aufgaben Ihr mathematisches Verständnis, Ihr logisches Denkvermögen, Ihre Kreativität und Ihre Fähigkeit, eingefahrene Denkstrukturen zu verlassen, testen.

Die am Ende stehende Lösung ist dabei weniger entscheidend, als der Lösungsweg selbst. Vor allem das analytisch-logische Denkvermögen soll ausgelotet werden. Entscheidend ist, wie diese mit einem scheinbar unlösbaren Problem umgehen.

Gleichzeitig können Personaler dadurch sehen, wie Sie als Bewerber unter Stress mit einer schwierigen, nicht alltäglichen Situation umgehen. Der Interviewer erfährt zusätzlich, ob Sie in der Lage sind, sich eloquent auszudrücken und Ihren Lösungsweg kohärent darzustellen.

Damit Sie zukünftig vorbereitet und motiviert Brainteaser lösen können, sind im Folgenden einige hilfreiche Tipps dargestellt.

8 Tipps zum Umgang mit Brainteasern

  1. Aufteilen der Aufgabe: Gehen Sie bei der Lösung des Problems Schritt für Schritt vor. Sie können die Aufgabe zunächst in Teilbereiche zerlegen und dann einzelne Hypothesen analytisch prüfen. Daraus können wieder neue Ideen abgeleitet werden.
  2. Zeit nehmen: Auch wenn es oft unmöglich erscheint, machen Sie sich bewusst, dass jede Aufgabe lösbar ist: Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche in der Aufgabenstellung, filtern Sie wichtige Informationen heraus und lassen Sie sich nicht von der scheinbaren Komplexität der Aufgabe erdrücken.
  3. Rückfragen: Zögern Sie nicht Rückfragen zu stellen. Diese dienen dem besseren Verständnis und sind kein Zeichen von Schwäche, sondern oft notwendig um ein besseres Verständnis der Aufgabe erhalten zu können.
  4. Bildliche Vorstellung: Stellen Sie sich das Problem bildlich vor. Dadurch schaffen Sie eine weitere Möglichkeit zur Lösungsfindung.
  5. Lösungsweg darlegen: Erläutern Sie während des Lösungsprozesses immer wieder Ihren Gedankengang. Nur so können Sie Ihre Problemlösefähigkeit unter Beweis stellen und Ihren Denkprozess darlegen.
  6. Nicht aufgeben: Wenn Sie trotz eines Ansatzes nicht zur Lösung kommen, versuchen Sie das Problem anders anzugehen. Oft können ein Perspektivwechsel und ein völlig neuer Blick auf das Problem hilfreich sein. Geben Sie nicht auf!
  7. Üben, üben, üben: Das Üben von Brainteasern hilft dabei, sich in die Aufgabenstellung hineinzudenken und das „out of the box – thinking“ zu trainieren. Die Herangehensweise ist meist ähnlich und mit der Zeit lernen Sie auf wesentliche Aspekte in der Aufgabenstellung zu achten.
  8. Spaß: Lösen Sie den Brainteaser nicht nur als Pflichtaufgabe, sondern bewahren Sie sich den Spaß an der Herausforderung. Dies führt auch dazu, dass Sie einen höheren Lernerfolg sicherstellen können.

Haben Sie auch Lust auf einige Rätselaufgaben bekommen? Schauen Sie sich doch unsere folgenden Beispiele einmal genau an:

  1. Wie viel Zeit hat der Weihnachtsmann pro Kind an Heiligabend?
  2. Welcher Tag ist morgen, wenn vorgestern der Tag nach Montag war?
  3. Auf einem Tisch liegen neun Kugeln. Eine ist schwerer als die anderen acht. Der Gewichtsunterschied ist jedoch so gering, dass er nur mit Hilfe der Waage erkannt werden kann. Ist es möglich, mit zweimaligem Wiegen die schwere Kugel zu finden? Wenn ja, wie muss man vorgehen?

Wir freuen uns von Ihren Erfahrungen zu hören!

Ein Artikel von Clara Fritz

1. Wie viel Zeit hat der Weihnachtsmann pro Kind an Heiligabend?

Bei dieser Frage spielt es keine Rolle, ob es den Weihnachtsmann gibt oder nicht.

1. Anzahl der zu beschenkenden Kinder: Da es eine christliche Tradition ist besucht der Weihnachtsmann nur christliche Kinder, welche einen Anteil von 30% der 2 Milliarden Kinder (unter 18) auf der Welt ausmachen > Also 600 Millionen christliche Kinder.

2. Anzahl der Besuche: Angenommen in einem Haushalt mit Kindern leben jeweils 3 Kinder, dann sind 200 Millionen Haushalte zu besuchen.

3. Zeit berechnen: Auf Grund der Zeitzonen hat der Weihnachtsmann 31 Stunden (111.600 Sekunden) Zeit, wenn er von Ost nach West reist. Durch die vorherigen Berechnungen wird deutlich, dass der Weihnachtsmann nur etwa die Hälfte einer Tausendstelsekunde pro Haushalt Zeit hat.

2. Welcher Tag ist morgen, wenn vorgestern der Tag nach Montag war?

Freitag

3. Auf einem Tisch liegen neun Kugeln. Eine ist schwerer als die anderen acht. Der Gewichtsunterschied ist jedoch so gering, dass er nur mit Hilfe der Waage erkannt werden kann. Ist es möglich, mit zweimaligem Wiegen die schwere Kugel zu finden? Wenn ja, wie muss man vorgehen?

Eine Apothekerwaage wiegt immer einen Gegenstand im Verhältnis zu einem anderen. Im ersten Wiegevorgang legst du jeweils drei Kugeln in die beiden Waagschalen. Die restlichen drei Kugeln werden nicht gewogen. Nehmen wir an, die Waage ist bei diesem ersten Wiegen ausgeglichen, dann weißt du, dass die schwere Kugel nicht unter den sechs gewogenen Kugeln ist. Lege nun in beide Waagschalen eine der in Frage kommenden Kugeln. Die dritte Kugel wird nicht gewogen. Ist die Waage wieder ausgeglichen, so ist die letzte nicht gewogene Kugel die schwere.

Die Lösung gilt genauso, wenn sich im ersten Wiegevorgang die Waage auf der einen Seite nach unten neigt. Unter den drei Kugeln, die sich in dieser Waagschale befinden, ist die schwere Kugel zu finden. Der zweite Schritt ist identisch: Du wiegst zwei Kugeln und lässt die dritte draußen.

Über den Autor

Praktikanten der grow.up. Managementberatung

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