Gleich und gleich gesellt sich gern – doch ungleich arbeitet effektiver

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Das Reiss Profile ist ein geeignetes Instrument, um individuell zu reflektieren, wie stark sogenannte Motive unser Verhalten beeinflussen: Möchte ich bestimmen, wo es lang geht, oder ordne ich mich lieber unter (Macht)? Suche ich nach Zugehörigkeit oder ist mir die Meinung anderer eher egal (Anerkennung)? Brauche ich Strukturen und definierte Prozesse oder Freiräume für kreatives Chaos (Ordnung)?

Besonders interessant wird es nun, wenn mehrere Menschen mit entsprechend unterschiedlichen Profilen aufeinandertreffen und gemeinsam für das Erreichen bestimmter Ziele verantwortlich sind: nämlich während der Arbeit im Team. Die Menschen in einem Team sind leistungsfähiger und zufriedener, wenn sie ihre stark ausgeprägten Motive in ihrer Tätigkeit ausleben können. Doch…

… Motivdifferenzen bergen Konfliktpotenziale

Aus unterschiedlichen Antrieben heraus wählen Teammitglieder mitunter sehr unterschiedliche Herangehensweisen an ein und dasselbe Thema, weil sie durch ihr Verhalten verschiedene Motive bzw. Bedürfnisse befriedigen wollen und ihre eigenen Interessen von denen der anderen abweichen. Die Verschiedenartigkeit der Menschen birgt damit auch Konfliktpotenzial. Was heißt es dann also, wenn Menschen zusammenarbeiten sollen, die völlig unterschiedliche Perspektiven auf z.B. das Motiv „Ordnung“ haben?

Mitarbeiter A: „Lass uns das spontan entscheiden.“
Mitarbeiterin B: „Wir müssen das jetzt erst mal planen.“

 

 

Die Ausprägung des Lebensmotivs Ordnung zeigt an, wie viel Strukturiertheit oder Flexibilität jemand in seinem Leben benötigt.

Menschen mit einem rot/niedrig ausgeprägten Ordnungs-Motiv zeichnen sich durch hohe Flexibilität und Spontanität aus, planen dafür ungern und arbeiten weniger organisiert. Menschen mit grün/hoch ausgeprägtem Ordnungs-Motiv legen viel Wert auf klare Strukturen, Stabilität und Routinen, tun sich dafür schwer in Situationen plötzlicher Veränderung oder wenn viele Dinge gleichzeitig ihre Aufmerksamkeit fordern.

Ein Beispiel aus dem Büroalltag: Mitarbeiter A fokussiert sich bei der Erstellung einer Präsentation besonders auf die kreative Darstellung der Inhalte, wobei Mitarbeiterin B eher eine saubere, konsistente und fehlerfreie Aufbereitung wichtig ist. A findet, dass sich B viel zu lange mit unwichtigen Details aufhält; B glaubt, dass A chaotisch ist und Struktur fehlt.

Vielfalt mit dem Reiss Profile verstehen

Mithilfe des Reiss Profiles können solche Motivdifferenzen explizit sichtbar und die damit einhergehenden Verhaltensweisen für andere nachvollziehbar gemacht werden. Sind sich die einzelnen Mitglieder eines Teams über die Existenz von Motiven bewusst, die die Kollegen in unterschiedlicher Art und Weise antreiben, so ist dies der Ursprung für einen sensibleren Umgang mit Vielfalt und Individualität. Die Thematisierung der unterschiedlichen Motivationsprofile im Team kann somit zu einem verbesserten, gegenseitigen Verständnis und damit zur Auflösung von Konflikten führen.

Bunte Teams für erhöhte Leistungsfähigkeit

Ist es dann nicht sinnvoller, bereits von Anfang an Teams aus ähnlichen Persönlichkeiten zusammenzusetzen, wenn diese sich doch (meistens) sowieso einig sind? Einig sind sie sich vielleicht – allerdings sind sie nicht effektiver: Ein Team, das lediglich aus hoch Ordnungs-Motivierten besteht, wird wahrscheinlich detaillierte Strukturen und Prozesse etablieren, damit jedoch auch die Möglichkeit für flexible Reaktionen und Handlungsmuster einschränken. Wir hätten es hier mit jeder Menge Bürokratie zu tun. Ein Kollege mit einer niedrigen Ausprägung auf dem Ordnungsmotiv würde an dieser Stelle gegenwirken und stärker auf eine zeitnahe Umsetzung hinarbeiten. Das Vorhandensein solcher Differenzen führt damit also zu einer sinnvollen Ergänzung unterschiedlicher Eigenschaften im Team und perpetuiert die Bearbeitung gemeinsamer Aufgaben.


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Erst die Wertschätzung von Verschiedenartigkeit macht ein Team zu einem herausragenden Team. Unterschiedliche Charaktere fördern Ideenvielfalt als auch Effizienz in der Umsetzung.

Informationen über weitere Testverfahren finden Sie auch auf unserer Homepage.

Über den Autor

Uta Rohrschneider

Uta Rohrschneider ist Gesellschafterin und Geschäftsführerin der grow.up. Managementberatung. Als Managementberaterin, Organisationsentwicklerin, Trainerin und Coach berät sie seit 1997 Kunden unterschiedlicher Branchen in Fragen der Strategie und Organisationsausrichtung, der Personalentwicklung und der Management-Diagnostik. Davor hat sie in verantwortlichen Positionen in verschiedenen Unternehmen in der internen Personal- und Führungskräfteentwicklung gearbeitet. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen zu den Themen Führung, Diagnostik und Personalentwicklung.

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