Wir entscheiden, wie wir die Dinge sehen. David Foster Wallace’s geniale Rede „Das hier ist Wasser.“ Man kann sie nicht oft genug lesen.

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Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt. „Morgen Jungs, wie ist das Wasser?“ Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter, und schließlich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und sagt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

Von dieser Parabel aus startet Foster seinen Gedankengang über mentale Standardeinstellungen und Glaubensformen, die dazu führen, dass wir oft am echten Leben leiden. Die Beispiele, die er anführt, kennen wir alle. Die endlose Schlange an der Supermarktkasse – und wir wollen eigentlich nach einem langen Arbeitstag nur nach Hause. Oder der ewige Stau im Feierabendverkehr, der kostbare Lebenszeit kostet. Warum fahren diese Idioten auch alle durch die Gegend?

Fosters Botschaft ist brillant und einfach: Genau dann entscheidet sich, mit welcher Perspektive wir auf diese Situationen schauen. Und wir entscheiden in diesem Moment über unsere eigene Lebensqualität. Erkennen und akzeptieren wir, dass unsere Erwartungen und Wunschvorstellungen hier gerade nicht bedient werden und finden uns in der Realität ein? Im Sinne von „Das hier ist Wasser.“ Oder startet die unendliche Abwertungsspirale, die nichts bewirkt – außer abgrundtiefer schlechter Laune.

Foster spricht an dieser Stelle von der Freiheit des Denkens und vom Denken lernen. Er ermutigt, die Kontrolle über unreflektierte Haltungen und gedankliche Schemata zu gewinnen, die zur Last werden. Wir entscheiden, ob wir mit den anderen Fluggästen an der Warteschlange vor der Security ins Gespräch kommen oder aggressiv schweigen. An der Situation ändert sich dadurch nichts. Hier ist auch Wasser.

Ich weiß genau, wovon Foster spricht. Wie oft hadere ich mit Situationen, die nicht in meinem Sinne verlaufen. Verschwende viel Energie durch Ärger und vergesse, dass alles schon geschwätzt ist, wie die Schwaben sagen. Meine Energie könnte ich viel besser in die Gestaltung der gegebenen Situation investieren. Aber das ist nicht so einfach …

Fosters Rede ist eigentlich eine Anleitung zum Glücklichsein. Und sie liest sich viel unterhaltsamer als mein Text. Und wenn Sie die Themen „Entscheiden“ und „Autopilot“ interessieren, klicken Sie hier.

Über den Autor

Dr. Susanne Eckel

Dr. Susanne Eckel ist Associate Partner der grow.up. Managementberatung und als Trainerin, Beraterin und Coach im Einsatz. Sie war 15 Jahre lang klassisch angestellt, hatte in verschiedenen Firmen, Hierarchiestufen und Aufgabenbereichen gearbeitet, bis sie schließlich zu grow.up. und in die Beratung wechselte.

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